Im Unterschied zum neurotypischen Verarbeiten und Verhalten, agieren neurodivergente Personen anders, jedoch nicht grundsätzlich defizitär. Viele neurodivergente Personen haben Schwierigkeiten in einem oder mehreren Bereichen, z.B. Sozialverhalten, Lernen, Leisten, aber auch positive Eigenschaften, wie Kreativität, Mut und oft ein dreidimensionales Denken. Manchen großen Geister werden neurodivergente Diagnosen zugeschrieben, z.B. Albert Einstein und Isaac Newton eine Autismus-Spektrum-Störung, Wolfgang Amadeus Mozart und Vincent van Gogh eine ADHS-Diagnose, Pablo Picasso und Agatha Christie eine Legasthenie und Bejamin Franklin eine Dyskalkulie.
"ADHS" und "Autismus" sind in aller Munde - und tatsächlich steigen die Diagnosezahlen stetig. Wahrscheinlich wegen der erhöhten Aufmerksamkeit auf die Thematik, vielleicht aber auch wegen geänderter Umwelteinflüsse (die Wissenschaft forscht intensiv nach den Ursachen) werden beide Störungsbilder immer häufiger festgestellt und viele Hilfsangebote entwickelt, um diesen Kindern in ihrer Einzigartigkeit einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Die Lese-/Rechtschreibschwäche oder Legasthenie ist ein Phänomen, das seit mehreren Jahrzehnten diagnostiziert und gefördert wird. Die Rechenschwäche oder Dyskalkulie ist erst in den letzten Jahren in den Fokus gerückt, doch auch dafür wurden zwischenzeitlich Instrumente entwickelt, die die Störung erfassen und Hinweise für eine adäquate Förderung geben können.
