Neuro-Divers

Alle Menschen sind neurodivers, haben also unterschiedliche neurologische Profile, die sich in Lernfähigkeiten und Verhaltensmustern zeigen. Die meisten Menschen sind (im Rahmen) neurotypisch, doch einige sind neurodivergent, was bedeutet, dass ihr Gehirn bzw. ihre innerpersonellen Abläufe anders funktionieren als gesellschaftlich üblich. Wodurch diese "andere Denke" entsteht, ob sie ein Übel oder ein Talent ist, ob sie "heilbar" ist, usw. wird bis dato wissenschaftlich intensiv und kontrovers diskutiert. 

Fakt ist jedenfalls, dass die damit bezeichneten Lern- und Verhaltensbilder sowohl im ICD 10 als auch im ICD 11 (internationale Klassifikation der Krankheiten, ICD 11 ca. seit 2022 im Einsatz) als Störungen angesehen werden, sohin als behandelbar und behandlungsnotwendig.

In unserem Verein arbeiten wir mit folgenden neurodivergenten Gruppen:

  • Legasthenie
  • Dyskalkulie
  • AD(H)S - Aufmerksamkeitsdefizit(Hyperaktivitäts)Syndrom
  • ASS - Autismus-Spektrum-Syndrom

Wir orientieren uns an den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und beziehen auch die positiven Seiten dieser Störungen in unsere Gruppentrainings mit ein, denn neurodivergente Menschen sind oft besonders neugierig, mutig, kreativ und können einen Hyperfokus entwickeln. Leider sind sie aber oft auch ablenkbar und wenig frustrationsstabil.

Gemeinsam mit geschulten Pädagog*innen TAUCHEN die NEURO-DIVERS (neuro = Nerv/Gehirn & diver = Taucher*in, engl.) in die Tiefen des kognitiven und sozial-personalen Wissens unserer Zeit und entwickeln Kompetenzen, um mit den schulischen und sozial Herausforderungen zurechtzukommen. Das Training erfolgt in Kleingruppen und umfasst meist nur 50 Minuten-Einheiten, da die Konzentration bei allen neurodivergenten Menschen, die ihr Verhalten "umlernen" müssen/wollen, extrem gefordert ist und längere Einheiten die Frustration verstärken können. Während der Kurszeit findet ein Elternabend statt, bei dem den Eltern einerseits das Störungsbild und andererseits die Fördermöglichkeiten nahegebracht werden. 

Diese Störungsbilder sind dauerhaft und unheilbar. Viele Menschen lernen aber, sehr gut damit zu leben und ihren Platz im Leben zu finden, der hoffentlich die positiven Talente ihrer Störung hervorbringt, sodass sie all ihre Möglichkeiten entfalten und in Familie und Beruf einbringen können.